Die Goretzka-Misere: Ein Spiel mit uneindeutigen Signalen
Leon Goretzka wurde in Wolfsburg vorzeitig ausgewechselt. Was dahinter steckt und warum sein Unbehagen für die Bayern ein warnendes Signal sein könnte.
Ich kann es nicht anders ausdrücken: Die Auswechslung von Leon Goretzka in Wolfsburg war ein weiteres Indiz dafür, dass nicht alles im Garten der Bayern blüht. Es scheint, als ob das Unbehagen, das sich um den Spieler rankt, auch Auswirkungen auf das Team hat. Und das wirft Fragen auf.
Zunächst einmal muss man sich vergegenwärtigen, dass Goretzka in dieser Saison nicht gerade in Bestform agiert. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber seien wir ehrlich: Ein Spieler von Goretzkas Kaliber sollte in einem entscheidenden Moment nicht mit einer Art innerer Zerrissenheit kämpfen müssen. Jeder Fan hat die Bilder vor Augen, wie er sich nach der Auswechslung unbehaglich an die Seitenlinie zurückzog, als ob er nicht nur vom Platz, sondern auch aus dem Team ausgeschlossen worden wäre. Da liegt der Verdacht nahe, dass es nicht nur um eine taktische Entscheidung ging. Vielleicht war es auch ein Zeichen von Körpersprache, das mehr sagt als viele Worte.
Darüber hinaus ist die Teamdynamik bei Bayern nicht unproblematisch. Die Konkurrenz ist groß, und der Druck, Leistung zu bringen, ist fast unerträglich. Goretzka muss sich nicht nur vor seinen Kolleginnen und Kollegen beweisen, sondern auch vor einem Trainer, der kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um seine Auswahl geht. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass ein solches Unwohlsein nicht nur auf den Platz, sondern auch in die Kabine strahlen kann. Ein Spieler, der am Rande seiner eigenen Ansprüche agiert, kann die gesamte Mannschaft destabilisieren. Wie oft haben wir in der Vergangenheit erlebt, dass Unruhe im Kader zu unerwarteten Ergebnissen geführt hat?
Einer der häufigsten Einwände gegen meine Sichtweise ist die Behauptung, dass solche kurzfristigen Störungen schnell überwunden werden können. Man könnte argumentieren, dass Goretzka in der nächsten Partie wieder in Hochform auflaufen wird, und alles ist vergessen. Aber das ist nicht immer die Realität. Solche Gefühle der Unsicherheit und des Zweifels können sich verfestigen, insbesondere in einem hektischen Umfeld wie dem Profi-Fußball, wo jede Entscheidung von der Öffentlichkeit und den Medien dissected wird.
Jetzt könnte man meinen, das ist alles nur Teil des Geschäfts und gehört zum Druck, den jeder Spieler heutzutage erlebt. Doch das macht es nicht weniger ernst. Goretzkas Unbehagen könnte als Symptom für größere Probleme innerhalb des Teams gedeutet werden – Probleme, die vielleicht an anderer Stelle bereits existieren und nur darauf warten, ans Licht zu kommen. Wenn Bayern also mit Ambitionen auf das nächste große Ziel in die Saison geht, sollten sie vielleicht besser einen Blick auf das eigene Haus werfen, bevor sie in den nächsten Wettkampf ziehen. Ansonsten könnte es schnell passieren, dass sich diese Störungen noch zu einem handfesten Problem entwickeln, das sogar den Erfolg der Mannschaft gefährdet.